Um Niort und seine Geschichte kennen zu lernen, gibt es sehr viel zu sehen: Bergfried, Rathaus, den Pilori, das Museum von Agesci...
Man muss aber auch durch die Straßen des alten Stadtkerns mit den bedeutenden Namen flanieren, wie z. B. Rue de l’Huilerie, Rue du Tourniquet und du Rabot, die von bemerkenswerten Häusern des Mittelalters und der Renaissance gesäumt sind.
Dazu gehört auch das Symbol der Stadt: der romanische Doppelbergfried, zweitgrößter Frankreichs hinter dem von Vincennes und letzter Überrest der Burg, gebaut von Heinrich II. und Richard Löwenherz im 12. Jh. Die 700 m lange Festungsmauer hütete einst eine echte kleine Stadt mit Gärten, Paradeplatz und Stiftskirchen.
Unbedingt empfehlenswert: der herrliche Panoramablick von der Terrasse aus über die gesamte Stadt. Im Bergfried ist heute das Musée ethnologique et archéologique poitevin, das Museum für Völkerkunde und Archäologie des Poitou, eingerichtet.
Ein anderes Zeugnis dieser mittelalterlichen Epoche ist das alte Rathaus „Le Pilori“, was so viel heißt wie Pranger, das im 14. Jh. im Renaissance-Stil an der Stelle des damaligen Schandpfahls gebaut wurde. Es ist dem Bergfried der Burg nachempfunden. Und wurde geschaffen, um an den Gemeinderat einer Epoche und an die Magistratsbeamten zu erinnern, die damals ebenso wie die Burgherren Waffen trugen und zusammen mit diesen berieten.
Die Kirche Notre-Dame, ebenfalls aus dem 14. Jh., ist das höchste Bauwerk im gesamten Departement. Der Bau der 75 m hohen Kirchturmspitze im Flamboyantstil der Spätgotik führt nach einer Legende auf die Fee Melusine zurück. Der Turm wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals restauriert und hütet einen ganz besonderen Schatz: das berühmte Kirchenfenster mit dem sogenannten Arbre de Jessé (Ende des 15. Jh., Beginn des 16. Jh.), dem biblischen Stammbaum. Es ist das einzige Zeugnis bemalter und dekorativer Glaskunst mit Sakralmotiven im Departement Deux-Sèvres.
Das Logis de l’Hercule ist eine geschichtsträchtige Gaststätte am Fuß des Hügels Saint-André. Hier brach am 6. Mai 1603 die Pest aus. Das Gebäude ist heute ein Museum, in dem die gesamte Geschichte der Stadt seit ihrem Ursprung dargestellt wird. Ein wichtiger Teil davon ist ein Getränk, das auf Basis der Angelika (Engelwurz), einer Heilpflanze, hergestellt wird. Ursprünglich wurde sie von Nonnen im 16. Jh. entdeckt und galt als einziges Mittel, das die verheerende Seuche besiegen konnte. Dieses Getränk ist heute ein berühmter Likör und die Heilpflanze wird als lokale Spezialität auch für die Herstellung von Bonbons, Schokoladen und Marmelade verwendet.
Um die Umgebung zu erkunden, können Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad den 10 km langen Weg La Coulée Verte benutzen, der Niort mit dem Marais Poitevin auf den Ufern der Sèvre verbindet.
Und am Abend erstrahlen die Bauwerke der Stadt, Geburtsort von Madame de Maintenon, letzte Mätresse von Ludwig XIV., in einer prächtigen Lichtinszenierung.
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