Offizielle Website des Fremdenverkehrsverbandes der Region Poitou-Charentes
Wenn Sie sich wirklich für die abenteuerliche Vergangenheit einer Stadt interessieren, wenn Sie von Technik fasziniert sind und Ihre Nase gerne wieder mal in die französische Geschichte stecken möchten – dann lohnt sich ein Besuch in Rochefort.
Im 17 Jh. beauftragte Ludwig XIV. seinen Minister Colbert, einen adäquaten Ort zu finden, um einen Marinestützpunkt zu bauen. Colbert machte aus Rochefort, nur 15 km von der Mündung der Charente entfernt, eine Hochburg für den Bau von Kriegsschiffen, um die atlantische Küste vor der Bedrohung durch die Engländer zu schützen: Rochefort-sur-Mer, gebaut nach dem Willen eines Königs!
Rochefort ist immer noch dem offenen Meer zugewandt und die „Marine aus
Holz“ lässt ihre Vergangenheit wieder aufleben, z. B. mit der Nachbildung der Fregatte L’Hermione, dem berühmten historischen Schiff, das La Fayette mit Georges Washington an seiner Seite dazu nutzte, um die Aufständischen von der Vormundschaft des Königs von England zu befreien...
Heute sollte man an Rochefort nicht vorbeifahren, nicht nur wegen seiner Kultur sondern auch wegen seines Natur-Umfeldes!
Die Stadt ist gastfreundlich und hat mit ihren vielen Grünflächen und Blumen eine angenehme Größe und ein besonders mildes Klima, und sie gibt dem Besucher den beruhigenden Eindruck einer großen Ausgeglichenheit. Palmen an manchem Straßenrand geben der Stadt überdies einen Hauch von südlichem Flair und harmonieren zugleich mit ihrer historischen Vergangenheit.
Die einstige königliche Seilerei ist ein Gebäude zwischen Manufaktur und Palast und ein Prachtstück der militärischen Architektur des 17. Jh. Die gewaltige Länge von 374 m ist mit der Aktivität, die hier ausgeübt wurde, begründet, nämlich die Anfertigung der extrem langen Seile für die königliche Kriegsmarine.
Das Museum gibt Einblick in alle Herstellungsphasen, die Entwicklung der Seile bis heute und ihre Nutzung für die damaligen Kriegsschiffe. In einem neuen Saal lernt man alles über die Knoten in der Seefahrt und über Ladegeschirr.
Der Architekt Blondel baute das erste Industriegebäude der Geschichte. Bereits im Jahr 1690 wurden 47 bewaffnete Schiffe in Rochefort gebaut und ausgerüstet. 10 000 Arbeiter waren im Arsenal beschäftigt und von 1766 bis 1852
wurden sie durch Sträflinge für schwere Arbeiten ergänzt. Rochefort war die Stadt der „königlichen Marine“ bis zur Schließung des Arsenals 1927.
Eine Herausforderung zur Rekonstruktion eines berühmten großen historischen Schiffes aus Holz. Nur wenige Schritte von der Corderie Royale entfernt, wird im ehemaligen Arsenal von Rochefort die berühmte Fregatte aus dem 18. Jh., ein 65 m langer Dreimaster, wiederaufgebaut. Und hier kann man die Arbeit der Zimmermänner, Schreiner und Schmiede beobachten.
Eine richtige Arbeitsvorführung, die das Publikum fasziniert denn sie ist ein enzigartiges Erlebnis – vielleicht nicht nur in Frankreich. Diese Werft der Hermione ist zugleich eine spannende technische und menschliche Herausforderung mit dem Wiederaufbau aus Holz unter Berücksichtigung früherer Techniken.
Und wenn die Fregatte fertig gestellt ist, wird sie den Atlantik nach Boston überqueren, wie es der Marquis de La Fayette im Jahr 1780 vorgemacht hat...
Pierre Loti, Seemann und später Schriftsteller, vorher Offizier und dann Akademiker, verbreitete den Ruhm der Stadt.
Sein ungewöhnliches Geburtshaus mit zahlreichen Erinnerungsgegenständen aus seinen unzähligen Reisen ist heute zu besichtigen.